JEM der 420er
Die Junioren Europa-Meisterschaft der 420er fand in 2026 vom 20. bis zum 27. Juli in Nida auf der Kurischen Nehrung in Litauen statt.
Kurzer Rückblick auf den Jahresbeginn und die Saisonplanung 2026: erst vor ein paar Monaten aus dem Opti umgestiegen in den 420er, erklärte uns damals noch Trainer Eddy, dass in dieser Klasse die Qualifizierung für eine EM bereits durch erfolgreiche Teilnahme an zwei von drei jährlichen Ranglisten-Regatten möglich sei. Dazu gehören die IDJM im September, die wir verpasst hatten, der Lupp-Cup zu Ostern am Gardasee sowie die YES in Kiel.
Klang für Calle und mich machbar, wenn auch absurd, dass wir dadurch die Chance haben könnten einen der siebzehn Startplätze für Deutschland zu bekommen.
Der Saisonstart zu Ostern war eher unglücklich, doch motiviert durch unsere Eltern und Trainer lief die zweite Qualifizierungsregatta in Kiel im Mai so gut, dass wir uns einen der letzten Startplätze sichern konnten.
Mit diesem Motivationsboost, einem Trainingslager am Müggelsee mit dem Kader rund um Trainer Zelle ging es am 15. Juli mit den anderen sieben Teams aus Berlin los quer durch Polen an Kaliningrad vorbei Richtung Klapeida an die Ostsee. Nach der langen Fahrt am Ende mit sogar einer kurzen Fährfahrt, kamen wir abends im kleinen Ferienort Nida am Bodden an. Zunächst war unklar wo wir mit den Trailern und überladenen Bussen hin sollte, nachdem wir Yachtclub, Hafen und Strand gefunden hatten und einem gemeinsamen Teamessen, konnten wir unserer Ferienwohnung beziehen.
Nach weiteren vier Trainingstagen mit verschiedenen Windbedingungen waren wir alle bereit für den Start der EM. Doch davor mussten wir noch durch die Vermessung. Für Calle und mich war das ein eindrückliches Erlebnis weil es unsere erste war.
Die Eröffnungsfeier begann an diesem Abend mit einigen Reden vom litauischen Minister für Sport und dem Bürgermeister von Nida. Nach diesen Begrüßungsworten wurde alle Nationen für ein Teamfoto auf die Bühne gerufen, danach ging es einmal mit der Flaggenparade quer durch den Ort auf die Dünen, die die höchsten Europas sind. Dort pflanzte jede Nation ihren Team-Baum. Der Deutsche steht nun in der Nähe der Kiefer, die unser Co-Trainer Torben vor drei Jahre zur EM der 470er bereits dort gepflanzt hatte.
Der Start des ersten Regatta-Tages war erst um 12 Uhr, so dass wir einen entspannten Vormittag und genug Zeit für die Vorbereitungen hatten. Die Bedingungen an diesem Tag waren extrem wechselhaft: los ging’s mit einer leichten Brise bei Sonnenschein und endete am Nachmittag mit Starkregen und Böen bis zu 17 Knoten. Trotz unserer Aufregung, die eine erste EM-Teilnahme so mit sich bringt, konnten wir einen guten Start hinlegen. Doch uns wurde sehr bald klar, dass hier ein ganz anderes Niveau bei den 110 Booten herrscht als bei unseren bisherigen Regatten. Die Griechen, Spanier und Italiener dominierten deutlich das Feld. Hinzu kam, dass wir in der open-class mit auch deutlich älteren Teams starten mussten.
Am zweiten Tag überraschte uns die Wettfahrtleitung mit einem angesetzten Start um erst 16 Uhr. Das verwunderte mich, da ich bereits morgens unterwegs war und eine stetige Brise gesehen hatte. Die aber immer weiter abnahm. Und so kam es, dass der Start dann um 19 Uhr war. Nach zwei durchschnittlichen Rennen, war der schönste Moment der Woche wohl ein herrlicher Sonnenuntergang über dem Bodden als wir um 21:30 Uhr vom Wasser zurück auf den Strand steuerten.
Die weiteren zwei Tage verliefen mit durchschnittlichen Ergebnissen und so qualifizierten wir uns leider nur für die Silberfleet. Doch darauf waren wir mental schon vorbereitet und nutzen die letzten zwei Tage eher zu Trainingszwecken und hatten zusammen Spaß.
Insgesamt fiel unsere Platzierung also wie erwartet aus, trotzdem stieg ich mit einem guten Gefühl in den Bus zurück ein, wirklich wichtige Erfahrungen in diesen drei Wochen gesammelt zu haben.
Bericht: Immo